Am 16. August 2026 war für mich mal wieder etwas ganz anderes angesagt. Gemeinsam mit zwei Freunden bin ich beim Stadtwerke Halle Triathlon 2026 als Männerstaffel an den Start gegangen.
Mein Part waren die 400 Meter Schwimmen. Danach hat mein Kumpel auf dem Fahrrad übernommen und zum Schluss ging es für unseren Läufer noch über 5 Kilometer.
Für mich war das Ganze aber besonders spannend, weil ich mittlerweile ungefähr sieben Jahre kein richtiges Schwimmtraining mehr gemacht hatte.
Nach sieben Jahren einfach nochmal ausprobieren
Schwimmen war früher ein sehr großer Teil meines Lebens. In den letzten Jahren hat sich mein Sport aber fast komplett Richtung Krafttraining entwickelt.
Als sich die Möglichkeit mit der Staffel ergeben hat, hatte ich einfach Bock, nochmal ins Wasser zu gehen und zu schauen, was nach all den Jahren eigentlich noch so geht.
Groß vorbereitet hatte ich mich darauf nicht und dementsprechend wusste ich überhaupt nicht, was mich erwartet.
Aber ich kann direkt sagen: Es hat unfassbar viel Spaß gemacht.
Die Hose war offenbar weniger bereit für ihr Comeback als ich 😂
Zu dem Tag gehört noch eine Geschichte, die man auf den Fotos sogar ein bisschen erkennen kann. Ich wollte unbedingt noch einmal in meiner alten Arena-Carbon-Wettkampfhose starten – genau die Hose, in der ich schon vor sieben oder acht Jahren geschwommen bin.
Das Anziehen war fast schon die erste Disziplin: Ich habe ungefähr zehn Minuten gebraucht, um mich da wieder reinzuquetschen. Als endlich alles saß, dachte ich: Perfekt, die hält noch.
Dann habe ich mich für den Start fertig gemacht und auf den Startpfiff gewartet – und genau in dem Moment ist die Hose auf der rechten Seite eingerissen.
Für einen kurzen Augenblick dachte ich nur: Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Aber umziehen war ohnehin keine Option mehr. Also bin ich mit der gerissenen Hose ins Wasser und habe die 400 Meter trotzdem durchgezogen.
Zum Glück hat sie noch genug gehalten. Und rückblickend macht genau so etwas den Tag wahrscheinlich noch unvergesslicher. Die Hose war offenbar weniger bereit für ihr Comeback als ich. 😄
Wir sind gemeinsam mit den anderen Teilnehmern gestartet und nach 5 Minuten und 45 Sekunden hatte ich meine 400 Meter geschafft.
Damit kam ich insgesamt als Siebter aus dem Wasser. Wenn man nur die Schwimmerinnen und Schwimmer der Staffeln betrachtet, also Männer, Frauen und Mixed, war ich sogar Dritter aus dem Wasser.
Damit hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet. 😄
Nach 200 Metern habe ich die sieben Jahre dann doch gemerkt 😂
Die ersten Meter liefen richtig gut.
Nach ungefähr 200 bis 250 Metern habe ich dann aber ziemlich deutlich gemerkt, dass Krafttraining und Schwimmtraining eben doch zwei komplett unterschiedliche Sachen sind.
Mein Latissimus und meine Schultern haben sich ordentlich bemerkbar gemacht und gegen Ende wurden dann auch die Beine langsam schwer.
Da wurde mir nochmal ziemlich deutlich:
Krafttraining ist nun mal nicht alles.
Ich gehe regelmäßig trainieren, bin körperlich fit und habe natürlich auch Kraft aufgebaut. Beim Schwimmen braucht man aber eine ganz andere Art von Belastbarkeit, Koordination und Kraftausdauer.
Und genau diese schwimmspezifische Muskulatur habe ich die letzten Jahre natürlich ziemlich vernachlässigt.
Krafttraining bleibt trotzdem ganz klar dabei
Das bedeutet für mich jetzt aber nicht, dass ich mein Krafttraining reduzieren oder irgendwann komplett gegen Schwimmen tauschen möchte.
Dafür macht mir Kraftsport viel zu viel Spaß und ich möchte natürlich auch die Muskulatur und den Körper behalten, den ich mir über die letzten Jahre aufgebaut habe.
Ich möchte einfach wieder etwas mehr Abwechslung reinbringen.
Also weiterhin Krafttraining und zusätzlich wieder regelmäßig ein bisschen schwimmen.
Ganz entspannt und peu à peu.
Mal schauen, was sich entwickelt, wenn ich wieder etwas häufiger ins Wasser gehe.
Und wie lief es für uns als Team?
Nach meinen 400 Metern hat mein Kumpel auf dem Fahrrad übernommen und seinen Abschnitt in 31 Minuten und 32 Sekunden absolviert.
Danach ging unser Läufer auf die Strecke und hat die 5 Kilometer in 23 Minuten und 26 Sekunden geschafft.
Am Ende sind wir gemeinsam Vierter in der Männerstaffel geworden.
Natürlich wäre Platz drei nochmal schön gewesen, aber darum ging es mir an dem Tag eigentlich gar nicht.
Für mich war viel wichtiger, nach so langer Zeit wieder im Wasser zu sein, mit zwei Freunden gemeinsam bei so einem Wettkampf anzutreten und zu merken, dass mir Schwimmen immer noch richtig viel Spaß macht.
Was ich aus dem Tag mitnehme
Für mich war das Ganze nochmal eine schöne Erinnerung daran, dass Fitness aus viel mehr besteht als nur Krafttraining.
Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit gehören irgendwo alle zusammen.
Und manchmal merkt man erst wieder, was einem fehlt, wenn man plötzlich eine Sportart macht, die man jahrelang nicht mehr richtig betrieben hat. 😂
Für mich heißt es deshalb erstmal:
Krafttraining bleibt. Schwimmen kommt wieder dazu.
Ohne Druck und ohne den Anspruch, direkt wieder auf meinem früheren Niveau sein zu müssen.
Einfach regelmäßig dranbleiben, Spaß haben und schauen, was sich entwickelt.
Und wer weiß, vielleicht war das ja nicht meine letzte Triathlonstaffel. 🏊♂️
Persönlich. Einfach. Effektiv.



